Autor: Nate
French / MJ Newman zusammen mit Josiah „Duke“ Harrist / Nicholas Kory
Spieleranzahl:
1 – 4
Alter:
ab 14 Jahren
Spieldauer:
ca. 45 Minuten pro Spieler
Einleitung:
Seit 2016 erfreut sich das Arkham Horror Kartenspiel ungebrochener
Beliebtheit und wartete schon mit unzähligen Kampagnenerweiterungen auf. Nun beginnt
ein neues Kapitel. Die dritte Edition startet eine komplett neue Geschichte,
die durch kommende Erweiterungen fortgeschrieben wird. Die Mechaniken und
grundsätzlichen Abläufe haben sich jedoch nicht verändert. Nach wie vor
bekämpfen 1-4 wagemutige Ermittler böse Mächte und Diener des uralten
Cthulhu-Mythos, der in den 1920er Jahren von H.P. Lovecraft ins Leben gerufen
wurde.
Ablauf:
Vor dem Start der neuen Kampagne Bruderschaft der Asche wählt jeder
Spieler einen Ermittler und nimmt sich das entsprechende Ermittler-Kartendeck.
Anschließend einigt sich das Team auf einen Ermittlungsleiter. Nun werden alle
benötigten Marker bereitgelegt und der Chaosbeutel zusammengestellt. Jeder
Spieler hat zu Beginn des Spiels fünf Ressourcen zur Verfügung und zieht fünf
Karten auf seine Hand.
Jetzt wird das Szenario vorbereitet. Hierzu
werden alle benötigten Szenariokarten bzw. das Begegnungsset herausgesucht. Das
Agendadeck wird erstellt und die Szenarioeinleitung vorgelesen.
Der Rundenablauf von Arkham Horror – Das Kartenspiel ist in vier Phasen unterteilt.
Mythosphase, Ermittlungsphase, Gegnerphase und Unterhaltsphase. In der
Mythosphase wird als erstes ein Verderbensmarker auf die aktuelle Agendakarte
platziert. Ab einer gewissen Menge von ausliegenden Markern schreitet die
Agenda bzw. die Geschichte voran. In diesem Fall wird die Agendakarte umgedreht
und die Anweisungen auf der Rückseite vorgelesen. Unabhängig von einem
eventuellen Fortschreiten zieht jeder Spieler eine Begegnungskarte und handelt
sie ab (Verrat oder Gegnererscheinung). In der darauf folgenden
Ermittlungsphase stehen den Spielern jeweils drei Aktionen zur Verfügung.
Aktionen sind beispielsweise Bewegung, Karte ziehen, Karte von der Hand
ausspielen, Kämpfen usw. Durch eine Ermittlungsaktion können Hinweise entdeckt
werden. Die Abgabe von Hinweisen bringt wiederum die Handlung voran und führt
die Ermittler näher an ihr Szenarioziel. Viele Aktionen erfordern zunächst das
Durchführen von Fertigkeitsproben.
In der Gegnerphase bewegen sich ggf. die Feinde
und greifen die Ermittler an. Sobald ein Ermittler maximalen Schaden oder
maximalen Horror erlitten hat ist er besiegt. Der Spieler darf jedoch mit einem
neuen Ermittler weiterspielen. In der Unterhaltsphase werden alle erschöpften
Karten wieder spielbereit gemacht und jeder Spieler erhält eine Ressource und
darf seine Karte von seinem Deck nachziehen.
Im Laufe des Spiels schreitet die Agenda/Story
unaufhaltsam weiter bis die Spieler das Ende es Szenarios erreicht haben.
Unabhängig vom Ausgang geht die Kampagne weiter bis das Ende des letzten Szenarios
erreicht ist. Der Kampagnenleitfaden beschreibt dem Team dann den endgültigen
Ausgang der Geschichte.
Meinung:
Zu Beginn dieses Meinungsblocks möchte ich
darauf hinweisen, dass die Ablaufbeschreibung nur die grundlegendsten Elemente
beschreibt und nicht mal ansatzweise in die Tiefe geht. Das liegt ganz einfach
daran, dass Arkham Horror – Das Kartenspiel
eine lupenreine Expertenveröffentlichung mit etlichen Feinheiten ist. Das sieht
man schon an der Spielanleitung, die stolze 48 Seiten umfasst. Hinzu kommt der
Kampagnenleitfaden mit 16 Seiten. Eine Beschreibung mit allen Details würde
schlichtweg den Rahmen dieser Rezension sprengen, die sich im Übrigen primär an
Neueinsteiger richtet. Nichtsdestotrotz gibt es im Laufe dieses Blocks auch ein
paar Hinweise an erfahrene Arkham-Kartenspieler.
Das Arkham
Horror Kartenspiel ist kein Spiel für jedermann. Für die „richtige
Zielgruppe“ ist es wohl sowas wie der Heilige Gral während es für die falsche
Zielgruppe viel zu schwer und viel zu kompliziert ist. Ich selbst kenne die
beiden Vorgängerversionen dieses Spiels nicht und muss mich auf die Aussagen
erfahrender Arkham-Spieler
verlassen, die ich nach dem Durchspielen der Kampagne interviewt habe. Und
dabei kamen durchaus interessante Erkenntnisse heraus. Fast alle Veteranen
waren der Meinung, dass Arkham Horror –
Das Kartenspiel langfristig anzusehen ist. Also durchaus zukunftsgerichtet
auf die kommenden Erweiterungen bzw. Kampagnen. Ein Kernpunkt der Aussagen war,
dass die Spieler konstant an ihren Charakteren und deren Ermittlungsdecks
tüfteln sollten. Das macht einen Großteil des Spielspaßes aus und sorgt für
großen Wiederspielreiz. Außerdem sollten Arkham-Spieler
eine große Frust-Toleranz mitbringen. Das kann ich voll und ganz bestätigen,
denn das Arkham Horror Kartenspiel
ist hart und schwer zu gewinnen. Bereits beim normalen Schwierigkeitsgrad
kriegt man oftmals viele Schläge „in die Fresse“ während positive Erfahrungen
eher selten sind. Aber auch das wurde von den Veteranen gelobt. Fans des Spiels
wollen diese Härte und diesen Schwierigkeitsgrad. Mit persönlich gefällt in
diesem Zusammenhang, dass eine Kampagne trotz Rückschlägen und Aufgaben immer
weitergeht, wenn auch mit Mali.
Als Neuling fand ich die Spielanleitung
hervorragend geschrieben. Aber da Arkham
Horror ein komplexes Spiel ist muss man halt viel lesen … das bedingt sich
nun mal. Optisch ist Arkham Horror echt
klasse. Das ist auch bei den Brettspielen der Fall, und diese kenne ich sehr
gut (und liebe sie). Das Arkham-Universum
hat einen ganz eigenen Stil und dieser gefällt mir persönlich ausgesprochen
gut.
Kommen wir nun zu den Hinweisen an die Besitzer
der älteren Ausgaben. Das neue Arkham
Horror ist kompatibel mit den vorangegangen Veröffentlichungen aber die
meisten Fans sind sich einig, dass man das neue Grundspiel am besten als
Neustart ansehen sollte und auf die angekündigten Erweiterungen warten sollte.
Ein bisschen enttäuscht waren viele Fans jedoch von der Mechanik des neuen
Grundspiels. Die Kampagne ähnelt der Vorgänger-Kampagne frappierend und ist
lediglich mit einem neuen Setting (Story-Rahmen) ausgestattet. Diesbezüglich
hätten sich die Altfans mehr Neuerungen und mehr Abwechslung gewünscht.
Fazit:
Als Fazit lässt sich bilanzieren, dass Arkham Horror – Das Kartenspiel eine
hervorragende und empfehlenswerte Veröffentlichung ist wenn man Freude an den
genannten Spielaspekten hat. Es hat schon seinen Grund wenn sich ein Spiel
jahrelang hält, und in Hinblick auf die kommenden Erweiterungen wird sich an
dieser Beliebtheit wohl auch nichts ändern.
